Praxis für Physiotherapie & Krankengymnastik Ramona Voigt

Petersburger Str. 94
10247 Berlin

Telefon: (030) 4 26 66 80
E-Mail: info@physio-voigt.de

Unsere Praxis befindet sich in der Nähe der U-Bahn-Linie 5 (Haltestelle Frankfurter Tor) und der Straßenbahnlinien 20/21. Von dort aus sind es nur wenige Gehminuten bis zur Praxis.

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News

Planetary Health

Planetary Health ist das neueste Konzept, welches sich mit den Zusammenhängen der Gesundheit der Menschen mit der des Planeten befasst. „Planetary Health erweist sich als sehr kraftvoll und bezieht neben den medizinischen Berufen Heilberufe wie Ergotherapeut:innen ein“, hebt Pia Rangnow eine der Besonderheiten hervor. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) ist ehrenamtlich in einer Arbeitsgruppe aus den verschiedenen Heilberufen aktiv. Gerade der ergotherapeutischen Arbeit ist im Kontext der Umwelt- und Klimakrise ein großes Potenzial beizumessen.

Der Begriff der planetaren Gesundheit geht zurück auf eine wissenschaftliche Veröffentlichung in „The Lancet“, einer führenden medizinischen Fachzeitschrift. Der Artikel beleuchtet die Verkettung der Gesundheit des Menschen mit den planetaren Systemen und betont die gegenseitige Abhängigkeit. Es wird klar: Die Gesundheit aller Lebewesen – Menschen, Tiere, Pflanzen – ist untrennbar mit dem Zustand des Planeten Erde verbunden. Zudem wird in Frage gestellt, ob die in der Medizin erlangten Fortschritte genügen, um die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Menschen zu beheben, die auf die Zerstörung des Planeten zurückzuführen sind. Der Bericht hat vieles ausgelöst, weitere Impulse gegeben und insbesondere den Begriff „Planetary Health“ grundlegend definiert.

Klimawandel und Umweltkrise als die größte Bedrohung unserer Zeit begreifen Menschliche Aktivitäten können zur Erwärmung des Klimas sowohl im negativen als auch im positiven Sinne beitragen, indem sie Ressourcen verbrauchen oder schonen. Zugleich gibt es eine Wechselwirkung: Im gleichen Maß, wie Aktivitäten die Klimakrise weiter befeuern oder aufhalten können, hat der Klimawandel, beispielsweise durch das verstärkte Auftreten von Hitzetagen, einen Einfluss auf die Aktivitäten der Menschen. Ergotherapeut:innen fokussieren sich bei ihren Interventionen auf Aktivitäten – im ergotherapeutischen Fachjargon „Betätigungen“ genannt –, die den Alltag ihrer Patient:innen und Klient:innen ausmachen. Ergotherapeut:innen sind somit eine der prädestinierten Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die durch ihre Einstellung und ihr Handeln sehr viel bewegen können. Wer die Umwelt- und Klimakrise in ihrer Vielschichtigkeit begreift, wird seine Therapieoptionen entsprechend neu denken und die Angebote an Patient:innen und Klient:innen erweitern oder verändern.

Ergotherapeut:innen helfen, sich an die Auswirkungen der Klimakrise anzupassen Welche Möglichkeiten nutzen Ergotherapeut:innen, um die Werte aus Planetary Health in ihren Praxisalltag einfließen zu lassen? Eines der Ziele einer ergotherapeutischen Intervention ist, die Handlungsfähigkeit von Menschen zu stärken. Diese kann aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung eingeschränkt sein. Aber auch Hitze kann und wird in zunehmendem Maße die Handlungsfähigkeit einschränken. Eine Gefahr, um die einer Umfrage zufolge ein Großteil der Arbeitgeber:innen bereits heute wissen. Eine der Optionen von Ergotherapeut:innen ist an dieser Stelle, gemeinsam mit ihren Patient:innen und Klient:innen die Gestaltung des Alltags entsprechend neu zu denken und die Möglichkeiten zu besprechen, wie sich Tagesabläufe anpassen und anders strukturieren lassen. Und zwar so, dass die Menschen sich einerseits ausreichend schützen, andererseits aber auch ihren beruflichen Verpflichtungen ebenso ungefährdet nachgehen können, wie ihren privaten Interessen in der Freizeit. Auch Menschen – und das trifft insbesondere junge und jüngere – mit psychischen Problemen, die auf die Umwelt- und Klimakrise zurückzuführen sind, werden verstärkt in ergotherapeutische Praxen kommen. Ergotherapeut:innen können ihnen im Rahmen von Planetary Health mehr noch als zuvor extra Angebote für positive Betätigungen vorschlagen; Angebote, die gezielt der mentalen Gesundheit dienen, dabei möglichst wenig umwelt- und klimaschädlich sind und somit nicht nur der eigenen, sondern als Co-Benefit auch der planetaren Gesundheit zugutekommen.

Aktionen, Materialien, Unterstützung & Co. Die Arbeitsgruppe AG ErgoLogoPhysio von Health for Future/ KLUG, in der die Ergotherapeutin Pia Rangnow mitwirkt, bereitet für ihre Berufskolleg:innen verschiedene Materialien vor. Es wird Poster und mehr für die Praxen geben, unter anderem, um bei Interesse komplexere Zusammenhänge fundiert erläutern zu können. Auch um Grundsätzliches kann es gehen: Wer die Zusammenhänge zwischen dem eigenen Handeln und den daraus resultierenden Folgen auf die planetare Gesundheit realisiert und versteht, wird einen neuen Blick auf den eigenen Alltag gewinnen. Dieser lässt sich an vielen Stellen umwelt- und klimafreundlich gestalten, angefangen von der eigenen Praxis, die etliche bereits nachhaltig reorganisieren, bis hin zum Einbeziehen von Patient:innen und Klient:innen, die ebenso wie Mitarbeitende Angebote oder manchmal sogar Belohnungen für emissionssparende Fortbewegung erhalten. Bestenfalls bewirken all diese Impulse eine Veränderung bei den Einzelnen. Die ist dringend nötig, denn, so die Ergotherapeutin Rangnow: „Eine Gruppe von Wissenschaftler:innen hat messbare Grenzwerte für die planetare Belastung definiert; von den neun beschriebenen planetaren Belastungsgrenzen sind schon heute sechs überschritten“.

Möglichst viele erreichen und gewinnen Überzeugt von der Dringlichkeit, mit der alle der Umwelt- und Klimakrise etwas entgegensetzen sollten, ist der in Deutschland maßgebliche Berufsverband der Ergotherapeut:innen, der DVE, umgehend aktiv geworden. „Der DVE informiert und unterstützt seine Mitglieder und ebenso alle Zusammenschlüsse oder Einrichtungen, die sich mit den Themen „Klimakrise“, „planetare Gesundheit“ und“ Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit“ befassen“, bestätigt Pia Rangnow. Es gibt auf der Homepage des Verbands einen eigenen Bereich, der sich Planetary Health widmet; zusätzlich werden Mitglieder über Neuigkeiten, Termine und vieles mehr verlässlich informiert. Ebenso erarbeitet und verbreitet der DVE, zukünftig auch in Kooperation mit weiteren Berufsverbänden aus dem deutschsprachigen Raum, Materialien für Aktionstage, die Ergotherapeut:innen beim Umsetzen des Konzepts „Planetary Health“ unterstützen können. Darüber hinaus ist der Spitzenverband, der mehr als 75000 Mitglieder bündelt, ein weiterer Kanal, um Aktuelles in Sachen Planetare Gesundheit auf den Weg zu bringen. Zeitgemäß zu sein und sich in der Ausrichtung ihrer beruflichen Tätigkeit an aktuellen Problemen zu orientieren, ist typisch für Ergotherapeut:innen. Diese Berufsgruppe richtet sich neben den individuellen Anliegen unter anderem auch an den jeweils gegenwärtigen gesellschaftlichen Problemen aus oder – wie bei der Umwelt- und Klimakrise – an globalen Bedingungen. Diese Haltung und ein generelles Interesse spiegeln sich nicht zuletzt in den hohen Teilnehmerzahlen bei entsprechenden Veranstaltungen und Fortbildungen. „Die Räume sind voll, ob beim Kongress oder sonstigen Anlässen“, bringt Rangnow es auf den Punkt.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

11.04.2024 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.

Die manuelle Therapie in der Physiotherapie

Die manuelle Therapie wird zur Linderung und Lösung von Symptomen wie Schmerzen und Bewegungsstörungen im gesamten Bewegungsapparat eingesetzt. Die gezielte Mobilisation einzelner Knochen und Gelenke mit ihren umliegenden Strukturen ist das Hauptziel der manuellen Therapie.

Zu den behandelbaren Problematiken zählen unter anderem Symptome wie Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Kopfschmerz und Migräne, Ohrgeräusche und Schwindelgefühl, neurologische Ausfallerscheinungen und Phänomene wie Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und Einschränkungen in den Gelenken wie Hände, Arme, Schulter, Nacken, Rücken, Becken, Beine und Füße sowie Verletzungen aus Sport und Freizeit.

Die Befähigung und Zulassung zum Manualtherapeut*in erhalten Physiotherapeuten in einer zwei bis dreijährigen Zusatzausbildung. Sie erweitert die Krankengymnastik um viele, noch speziellere Kenntnisse und Fähigkeiten. Hier wird mit vielen weiteren Grifftechniken und Praktiken eine allumfassende Behandlung durchgeführt.

In der Physiotherapie geht es darum, körperliche Funktionen zu verbessern, die Beweglichkeit zu optimieren, die Funktionalität des Bewegungsapparates zu kennen, zu verstehen, um den Behandlungserfolg darauf abzustimmen.

Der Physiotherapeut reflektiert sein Handeln und Tun, um die Wirkung seiner Behandlungen auf den Patienten und das jeweilige Behandlungsziel einstellen zu können. Die Zeit bringt auch in die Physiotherapie einen ständigen Wandel und eine reichliche Entwicklung fürs Detail.

08.04.2024 DGA | Quelle: Like Physio, Kevin Glaser (openPR)

Arbeitsgebiet von Ergotherapeut:innen

Ergotherapie ist das wohl facettenreichste Angebot im Gesundheitswesen. Gerade deshalb, also weil Ergotherapie bei nahezu jeder Erkrankung – sowohl physischer als auch psychischer Natur –, nach Unfällen oder in Krisensituationen zum Tragen kommt, lässt sich Ergotherapie nicht in einem Satz erklären.

Um das, was Ergotherapeut:innen tun, transparenter zu machen und besser zu veranschaulichen, hat der DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) ein Video veröffentlicht. „Ergotherapie – einfach erklärt“ umreißt in erfreulich fassbarer Art und Weise das umfängliche Arbeitsgebiet von Ergotherapeut:innen. Das Video finden Sie auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=Csj5BskyIuU

03.04.2024 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.

Brain Fog nach COVID-19

Brain Fog, „Gehirnnebel“, ist eines der häufigsten Symptome, die nach einer COVID-19-Erkrankung fortbestehen. „Brain Fog kann auch in anderen Zusammenhängen auftreten wie etwa generell nach Virusinfektionen, bei Stress oder während und nach einem Migräne-Anfall“, rückt Miriam Leventic, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) die Folge einer COVID-19-Erkrankung in ein neutrales Licht. Wer erkrankt ist, sollte jedoch, so die Expertin, bei anhaltenden Schwierigkeiten eine:n Ärzt:in aufsuchen. Einbußen der Konzentration, Wortfindungsstörungen und mentale Erschöpfung können Hinweise auf Brain Fog sein. Mit Pacing, einer Form des Energiemanagements, und weiteren Konzepten und Herangehensweisen aus der Verhaltens- und der Ergotherapie gelingt es nahezu immer, eine Besserung herbeizuführen: Betroffene können es schaffen, trotz ihrer Beeinträchtigungen ihren Alltag zu bewerkstelligen und dem Leben zunehmend etwas Positives abzugewinnen.

COVID-19 hat im Großen und Ganzen seinen Schrecken verloren. „Die meisten haben die Virusinfektion ein- oder mehrmals ohne nennenswerte Komplikationen durchgemacht“, bekräftigt die Ergotherapeutin Miriam Leventic die aktuelle Lage. Ergotherapeut:innen wie Miriam Leventic sind mittlerweile mehrheitlich mit Fällen von Post Covid wie etwa Brain Fog konfrontiert; das RKI (Robert-Koch-Institut) geht derzeit von etwa 6,5% Betroffenen mit Post Covid aus. „Unabhängig vom Schweregrad geht Brain Fog fast immer mit einer Erschöpfung einher“, zitiert die Ergotherapeutin Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Literatur. Energiemanagement ist daher das A & O bei Brain Fog, um Betroffene in die Lage zu versetzen, in ihrem Alltag geschickter mit ihren krankheitsbedingten Schwierigkeiten umgehen zu können. Sie lernen bei Ergotherapeut:innen unter anderem Techniken und Strategien, um ihre mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeit, eingeschränkte Handlungsplanung und -durchführung oder gestörte Verarbeitung auditiver und visueller Reize zu kompensieren.

Ergotherapeutische Bestandsaufnahme des Alltags Als erstes befassen sich Ergotherapeut:innen mit dem Alltag ihrer Patient:innen: Wie verlaufen die einzelnen Tage, wie sieht die Gestaltung der Woche aus und wie ist das Verhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit? Dabei befragen die Spezialist:innen ihre Patient:innen sehr detailliert, um jegliches Veränderungspotenzial, sprich Energiesparmaßnahmen einerseits und andererseits mehr Möglichkeiten zum Auftanken, aufzuspüren. Sie finden heraus, an welchen Stellen sich der Alltag von Dingen entrümpeln lässt, die der betroffenen Person entweder unnötig Energie entziehen, ihr weniger bedeuten als andere oder die sie delegieren kann. Parallel erlernen Menschen mit Brain Fog die Methode „Pacing“, um die jeweils individuellen Belastungsgrenzen aufzuzeigen und einzuhalten. Damit sie Pacing richtig anwenden, üben Ergotherapeut:innen mit ihren Patient:innen diese Vorgehensweise so lange, bis sie ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist und bis es ihnen leicht fällt, das Pacing in ihren Alltag zu integrieren. Bei der regelmäßigen Überprüfung stellen Ergotherapeut:innen fest, ob und wann der- oder diejenige die Dauer der Belastung erhöhen kann. Durch das konsequente Einhalten der Belastungsgrenzen lassen sich die Zeitspannen für einzelne Tätigkeiten kontinuierlich ausdehnen.

Ergotherapeut:innen motivieren Menschen mit Brain Fog Ressourcen zielgerichtet einzusetzen Unterstützend dazu finden Ergotherapeut:innen gemeinsam mit den von Brain Fog Betroffenen Kompensationsstrategien, die für Entlastung sorgen: Kalender nutzen, wo zuvor jemand alle Termine im Kopf hatte. Apps, die Erinnerungsanstöße oder andere Impulse geben. Journaling, eine Methode, um Gedanken, Aufgaben und alles, was im Alltag wichtig ist, schriftlich zu erfassen. All das dient dazu, die vorhandenen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen, das Funktionieren im Alltag zu gewährleisten und die mentale Erschöpfung nicht weiter voranzutreiben. Ressourcen spielen eine zentrale Rolle in der ergotherapeutischen Betrachtung, ebenso wie Akzeptanz und Commitment. Oft sind es jüngere, aktive Menschen, mitten in ihrer beruflichen Karriere, bei denen nach COVID-19 das Post Covid Syndrom mit Brain Fog bleibt. Post Covid ist ein Krankheitsbild mit komplexen Belastungen, Erschöpfungsproblemen und kognitiven Ausfällen. Dies psychisch auszuhalten, ist unglaublich schwer, zumal sich das Gedankenkarussell unentwegt dreht, existenzielle Fragen die Betroffenen beschäftigen, etwa: Werde ich jemals wieder vollständig gesund? Kann ich ausgelagerte oder delegierte Arbeitsbereiche zurückerobern? Sind die einst hoch gesteckten beruflichen Ziele noch erreichbar? Wie sieht es mit den Finanzen aus?

Ergotherapeut:innen verhelfen Menschen mit Brain Fog zu Akzeptanz und Commitment Es ist die Akzeptanz (der Krankheit oder der Situation), die Betroffene oftmals in ihrer Entwicklung vorwärtsbringt. „Ergotherapeut:innen richten klassisch den Fokus auf die vorhandenen Ressourcen“, sagt Miriam Leventic und fährt fort: „Wir holen unsere Patient:innen an dem Punkt ab, an dem sich gerade befinden und machen ihnen dabei immer wieder ihre Ressourcen bewusst, die ihnen helfen, ihre Defizite zu kompensieren; das stärkt sie und verleiht ihnen eine andere Perspektive“. Das Konzept „Akzeptanz und Commitment“ kommt aus der Verhaltenstherapie und hält verstärkt Einzug in ergotherapeutische Praxen. Zur Akzeptanz, die den Kampf gegen das, was ist, beendet, kommt das Commitment hinzu. Im Commitment ist unter anderem die persönliche Entfaltung enthalten und genau darum geht es auch bei Ergotherapeut:innen: Gemeinsam mit der erkrankten Person den inneren Antrieb herauszufinden und zu erkennen, was das Leben für diesen Menschen wertvoll macht. Und daran orientiert das eigene Leben zu planen und auszurichten, damit die wichtigen Dinge stattfinden können. Auch zu schauen, wie sich Erholungsphasen so gestalten lassen, dass sie der Seele guttun. „Viele entdecken Neues für sich, neue Hobbys, Aktivitäten oder Entspannungsmethoden wie Qi Gong oder Yoga, die Meditation, Konzentration und Bewegung in sich vereinen“, gibt die Ergotherapeutin Leventic Erkenntnisse ihrer Patient:innen weiter. Sie berichtet, dass im Gespräch oft auch verloren geglaubte sportliche, handwerkliche oder musikalische Fähigkeiten oder Interessen aus der Vergangenheit wieder in Erinnerung kommen. All diese Aktivitäten bringen nicht nur die benötigte Erholung, sondern führen oft wichtige Erfolgserlebnisse herbei – ein weiterer positiver Aspekt, auf den Menschen mit Brain Fog ihr Augenmerkt richten können. Denn auch das ist Teil der Reflexion in jeder Stunde: festzustellen, dass tatsächlich schöne Dinge den Alltag prägen und die Wahrnehmung, gar nichts mehr zu können, ein Gedanke, nicht aber Realität ist.

Ergotherapeut:innen beziehen das Umfeld von Menschen mit Brain Fog ein Ergotherapeut:innen betrachten den Menschen immer in seiner Gesamtheit, was bedeutet, dass sie die Umgebung und die Menschen aus dem Umfeld mit einbeziehen – bei Post Covid und Brain Fog ist dies unerlässlich. „Ich rate meinen Patient:innen immer, von Anfang an ihre Situation transparent zu kommunizieren“, spricht die Ergotherapeutin Leventic aus, was die wenigsten gerne hören. Leventic weiß, wie schwer es den meisten fällt, um Unterstützung zu bitten, selbst wenn von vornherein klar ist, dass ein Weitermachen wie zuvor zum Scheitern verurteilt ist. Gerade im Beruf unterlaufen Menschen mit Brain Fog Fehler, ihre mangelnde Konzentration und verminderte Leistungsfähigkeit fallen unweigerlich auf. Konflikte sind vorprogrammiert, gehen Betroffene nicht direkt auf ihre Kolleg:innen, ihr Team oder ihre Vorgesetzten zu. Ergotherapeut:innen bieten im Bedarfsfall an, gemeinsam ein solches Gespräch zu üben. Häufig machen auditive und visuelle Sinnesreize den Menschen mit Brain Fog zu schaffen, was bei der Arbeit zusätzliche Schwierigkeiten schafft. Ergotherapeut:innen geben auch hierfür Tipps, um Reize abzubauen. Das Ziel: Die Geräuschkulisse während der Arbeit möglichst gering zu halten, sprich Handy auf stumm, keine Musik im Hintergrund oder Gehörschutz tragen, wenn sich der Arbeitsplatz in einem Großraumbüro befindet. Manchmal können Arbeitgeber:innen auch zeitweise ein separates Zimmer zur Verfügung stellen. Um die visuelle Reizüberflutung einzudämmen, empfiehlt es sich, eine spezielle Arbeitsplatzbrille zu tragen, die das Blaulicht des Bildschirms filtert und die Bildschirmeinstellungen entsprechend anzupassen.

Ergotherapeut:innen enttarnen Energiefresser „Ein weiterer kritischer Aspekt bei Mitarbeitenden im Büro sind oftmals fehlende Abwechslung und Bewegung während der Arbeit und null Erholung während der Pause“, weiß die Ergotherapeutin. Nicht selten sitzen Menschen die ganze Zeit vor dem Bildschirm und bewegen sich nicht vom Arbeitsplatz weg und sogar die Pause verbringen sie dort, meist mit dem Mobiltelefon in der Hand. „Ein kurzer Gang in die Natur oder der Austausch mit Kolleg:innen bringt frische Energie, sorgt für Entspannung und wirkt motivierend für die restliche Zeit“, empfiehlt Miriam Leventic, die gleichzeitig dafür plädiert, bei Brain Fog den Handygebrauch und die Anwesenheit in den sozialen Medien drastisch zu reduzieren. Wie wenig erholsam das bereits für Menschen ist, die nicht durch Brain Fog belastet sind, ist hinlänglich bekannt. Abschließend appelliert die Ergotherapeutin an alle, die Post Covid und Brain Fog überwunden haben, nicht in alte Muster zu verfallen, sondern das Gelernte weiter zu verinnerlichen und zu praktizieren. Das Leben geht weiter, aber am besten im mit ergotherapeutischer Hilfe angepassten Modus.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

27.03.2024 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.



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